Marzena Ślusarczyk

3 2015 Sciana 2 120x150 Kopie

Das geduldige Warten auf Bressons „Entscheidenden Moment“, (The Decisive Moment) zeichnet die Bilder der jungen polnischen Malerin Marzena Slusarczyk aus. Die Kompositionen ihrer Werke besitzen den Zauber einer gelungenen Fotografie. Oft mit kraftvollem Ausschnitt, benützen sie ausdruckstarke perspektivische Verkürzungen und ungewöhnliche Fassungen und sie entführen uns in eine intime Dimension der porträtierten Frauen. 

  • 3 2015 Sciana 2 120x150

    "The Wall" 2015

  • 2 2015 Bez tytulu 82x122

    Untitled 2015

  • 1 130x97 2014

    "The Lights" 2014

  • Slusarczyk002

    Untitled 2012

  • Slusarczyk005

    "Calmness" 2013

  • Slusarczyk003

    "Walk I" 2013 (SOLD)

  • Slusarczyk011

    "Women Act"

  • Slusarczyk012

    "The three"

  • Slusarczyk014

    "Two Women"

  • Slusarczyk013

    "Double Act"

  • Slusarczyk016

    Untitled

  • Slusarczyk015

    Untitled

„Zum Augenblicke dürft ich sagen - Verweile doch, du bist so schön“

„Faust” Johann Wolfgang von Goethe

Die nicht fassbare Schönheit der sichtbaren Welt hat seit je die Künstler fasziniert, sie wollten sie in ihren Werken einfangen. Die klassischen malerischen Themen, solche wie Stillleben und Porträts, entstanden auf zweidimensionaler Leinwand und verewigten die zerbrechliche Schönheit der Natur und ihre Elemente. Die scheinbare Prosaik der Schaustellung von Blumen und Früchten, außer dass es das Auge des Betrachters erfreute, inspirierte ihn auch zu einer Reflektion über die Vergänglichkeit und den stetigen Zeitfluss, welcher einen aufmerksamem Beobachter, nur für den Bruchteil einer Sekunde, die Möglichkeit gibt das Ideale Bild zu bemerken.

Das geduldige Warten auf Bressons „Entscheidenden Moment“, (The Decisive Moment) zeichnet die Bilder der jungen polnischen Malerin Marzena Slusarczyk aus. Die Kompositionen ihrer Werke besitzen den Zauber einer gelungenen Fotografie. Oft mit kraftvollem Ausschnitt, benützen sie ausdruckstarke perspektivische Verkürzungen und ungewöhnliche Fassungen und sie entführen uns in eine intime Dimension der porträtierten Frauen. Diese Arbeitsweise nivelliert die Distanz zwischen den Bildern und dem Betrachter und macht aus ihm jenen achtsamen Beobachter und einen Zeugen des vergänglichen Momentes.

Jedoch sind die Bilder Slusarczyks vor Allem auf Leinwand gebannte Emotionen, und diese machen ihre Werke so besonders. Die von ihr gemalten Frauen verrichten normale banale Tätigkeiten des täglichen Lebens. Aber gerade sie sind der Schlüssel um die Gefühle der in Gedanken versunkenen weiblichen Gestalten abzulesen. Die fehlende Eindeutigkeit der Bilder der Künstlerin erlaubt dem Betrachter seine eigenen Interpretationen. Wie die Malerin selbst betont, hat das Spiel mit den Zuschauern das Ziel die Fantasie und Vorstellungskraft bei den Betrachtern aufzuwecken, damit er das scheinbar Unsichtbare bemerkt.

Diese Rätselhaftigkeit und das Unausgesprochene erinnert an die Bilder von Michelangelo Caravaggio. Wie auch er, achtet Slusarczyk in ihren Bildern insbesondere auf den Ausdruck der Hände, verstärkt exponiert, erhöhen sie die Expression des gemalten Bildes. Auf einem Bild der Malerin haben wir mit einem von Caravaggio des Öfteren verwendeten Kunstgriff zu tun: Das Zeigen der Gestalt mit dem Rücken zum Betrachter. Seitlich sehen wir nur das Profil eines von Haaren bedeckten Gesichtes und Hände. Der Finger einer Hand zeigt auf die offene Handfläche der anderen. Auch die unbestimmte, fast abstrakte Form des Hintergrundes erinnert an den ehemaligen Lieblingsmaler des Papstes, und bildet keine Konkurrenz zur Thematik des Bildes. Es ist wie eine Bühne, auf welcher der Schauspieler am wichtigsten ist. Denn seine Gestalt exponiert das Licht, dessen Ursprung auf dem Bild nicht sichtbar ist. Dieses Manöver ist es, was Slusarczyks Bilder mit Caravaggios Bildern vereint, wie auch mit der Ästhetik einer Fotografie.

In Slusarczyks Bilder bemerken wir auch die Lebensfreude der holländischen Meister des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Die Art der Farblegung erinnert an die Expression eines Frans Hals, der anders als Caravaggio, die Pinselstriche nicht touchierte. Mit holländischer Kunst verbindet die Künstlerin auch ein Requisit, das des Öfteren in ihren Bildern auftaucht. Es handelt sich um einen Kelch mit rotem Wein – das Symbol der Liebe, sowie eine sichtbare Aufforderung, die angenehmen Seiten des Lebens zu genießen, denn das Leben selbst ist nicht fassbar, genauso wie die durch Marzena Slusarczyk gemalten Emotionen

Paulina Sadowska


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